... ich wünsche Ihnen für die künftige Tätigkeit ein erfolgreiches Wirken zum Wohle der Schenefelder Bürgerinnen und Bürger“…………............................Bürgermeister  von Appen

 

Wie alles begann

von L. Klette


Die ersten Ideen und Planungen entstanden im Herbst 1999. Frau Köhler-Krüger, Leiterin der Sozialberatung Schenefeld, suchte Mitstreiterinnen und Mitstreiter für ein Projekt, das Menschen aus zwei unterschiedlichen Richtungen zusammenbringen sollte: diejenigen, die noch Zeit und Lust haben, ehrenamtlich ihre Talente, Fähigkeiten, Lebens- und Berufserfahrungen einzubringen, und jene, die Hilfe brauchen für ihren kleinen Alltag, weil sie ihn aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen können, oder die allein sind und Kontakte suchen. Wie nötig solche Hilfestellung ist, erfuhr Frau Köhler-Krüger immer wieder in der praktischen Arbeit der Sozialberatung.


Aufgrund einer Notiz in der Zeitung wurden meine Frau und ich hellhörig und stießen dazu. Das war ein knappes Jahr nach meiner Pensionierung als Pastor und 1 ½ Jahre nach unserem Umzug aus Eidelstedt nach Schenefeld. Uns reizte diese neue Aufgabe. Zunächst mussten wir uns jedoch selbst vorbereiten. Von vornherein war klar: bei dieser Tätigkeit muss man mit einem Computer und besonderen Programmen umgehen können. Davon hatten wir bis dahin keine Ahnung. Ein Computer wurde gekauft und gemeinsam arbeiteten wir uns – auch mit Hilfe eines Pinneberger „Spezialisten“ - in die Materie ein.


Inzwischen musste noch einiges andere geklärt werden. Dabei bekamen wir mehrfach Hilfe. Die Stadt ebnete alle Wege für einen finanziellen Grundstock, umfangreichen Versicherungsschutz und die Möglichkeit, Spenden entgegen nehmen zu dürfen. Der Rotary-Club spendete 2.500 DM für Computer und Zubehör. Das Freiwilligen-Forum Pinneberg stellte ein gut durchdachtes Computer-Programm für die Steuerung aller Vorgänge im Freiwilligen Forum zur Verfügung. Ein Brief von Bürgermeister von Appen gab schließlich den Startschuss. Bald war schon eine kleine Mannschaft hilfsbereiter Bürgerinnen und Bürger im Einsatz. Und weitere Hilfe folgte. Die Kreissparkasse Pinneberg half  mit einer größeren Summe, um eine fachliche, und bei Bedarf psychologische, Begleitung der Ehrenamtlichen zu finanzieren. Spenden kamen von verschiedenen Parteien. Schließlich beteiligte sich das Land Schleswig-Holstein an den Kosten für eine laufende Qualifizierung der Arbeit. 2002 stieß Herr Seelig zu uns und von da an wurden die Arbeit mit Computer und der Umgang mit den Finanzen noch „professioneller“.


Heute, nach 10 Jahren, blicken wir auf eine erfolgreiche Arbeit zurück. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es zurzeit. Einige sind ausgeschieden, neue hinzugekommen. Einmal im Monat treffen sich die meisten von ihnen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse zu bekommen. Zu diesen Gesprächsnachmittagen (natürlich mit Kaffee und Kuchen!) laden wir immer wieder auch Fachleute ein. Daneben pflegen wir auch die Geselligkeit mit kleinen Festen oder gemeinsamen Unternehmungen, die zugleich unseren Horizont erweitern können. Schritt für Schritt vergrößerte sich auch die Zahl unserer Arbeitsbereiche. Je nach den Angeboten der Ehrenamtlichen und den Anfragen gestalten sich die Einsätze: Gespräche, Vorlesen, Spielen, Spazierengehen, Einkäufe mit älteren Menschen, Fahrten zum Arzt, kleine handwerkliche Hilfeleistungen, Kinderbetreuung, Nachhilfe, Vorlesen in Kindergärten und Seniorenheimen, „Leseassistenz“ und „Mentoring“ in Schulen, Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen bei Schwerbehinderung und vieles andere mehr.


Dass dies alles möglich geworden ist, verdanken wir den vielen Ehrenamtlichen, die sich zum Teil  viele Jahre für andere eingesetzt haben. So möchte ich nicht nur denen ganz herzlich danken, die uns beim Start geholfen haben,  sondern vor allem auch denen, die mit ihrer Zeit und Kraft zum Gelingen des Ganzen beigetragen haben. Das Schöne an unserer Arbeit ist, dass solche Tätigkeiten uns nicht nur immer wieder herausfordern, sondern oft auch viel Freude machen und Erfüllung bringen. Davon berichten viele immer wieder. Es lohnt sich also in jeder Hinsicht mitzumachen.


So soll auch unser Motto weiterhin gelten: Selber Freude und Erfüllung erleben bei der Hilfe für andere.  Es hat sich immer wieder bestätigt.

 

10 Jahre Freiwilligen Forum Schenefeld

von I. Köhler-Krüger


In den letzten Jahren ist das Ehrenamt in Mode gekommen. Immer mehr Menschen engagieren sich freiwillig für ihr Gemeinwesen und übernehmen damit Verantwortung für ihre Mitbürger und die soziale Funktionsfähigkeit der Gesellschaft. Wir wissen es alle: ein allumsorgender Sozialstaat ist nicht länger finanzierbar und auch nicht wünschenswert. In den „fetten“ Jahren haben wir es verlernt, uns für das Gemeinwohl einzusetzen. Eine Zivilgesellschaft zeichnet sich aber durch ein aktives, soziales und politisches Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger aus. In ihr ist Solidarität keine bloße politische Formel, sondern eine gelebte Haltung.


Ein Eintreten für die soziale Wohlfahrt tut nicht nur der Allgemeinheit gut, sondern auch dem, der sich für andere einsetzt. Wer sich um andere kümmert, bekommt viel zurück und profitiert auch ganz persönlich von seinem sozialen Engagement. Freiwillige Tätigkeiten eröffnen die Chance, erworbene Lebens- und Berufserfahrungen in einem anderen Zusammenhang erfolgreich einzubringen, völlig neue Arbeitsbereiche kennen zu lernen und neue  Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben zu können. Das Ehrenamt hält mit seinen vielfältigen Herausforderungen aktiv und flexibel, es ermöglicht neue Kontakte, stiftet Freundschaften und wärmt das Herz. Die, die nicht oder nicht mehr Teil der Arbeitsgesellschaft sind, nehmen aktiv über ihre ehrenamtliche Tätigkeit an der Gesellschaft teil und gestalten unsere Zukunft mit.


Auch Schenefelds Bürgerinnen und Bürger sind seit vielen Jahren zunehmend an der Gestaltung ihres Gemeinwesens beteiligt und bereichern so das soziale und öffentliche Leben. Viele Menschen erfahren durch das Schenefelder Freiwilligen Forum Unterstützung und Hilfe. Die in der Festschrift dokumentierte Freiwilligenarbeit gibt einen kleinen Überblick über das mittlerweile sehr umfangreiche und differenzierte Angebot. Eine gelungene ehrenamtliche Arbeit ist aber nicht nur Sache des guten Willens, sondern bedarf einer fachlichen Beratung und Anleitung. Als Leiterin der Sozialberatung ist es meine Aufgabe, das Freiwilligen Forum Schenefeld, kurz genannt FFS, entsprechend zu begleiten. Diese Tätigkeit bereitet mir viel Freude und ist für mich sehr zufriedenstellend, obwohl sie natürlich auch phasenweise Konflikte mit sich bringt. Konflikte aber sind auch positiv zu sehen, denn sie führen zur Klärung und regen Weiterentwicklungen an. Dass das FFS eine Erfolgsgeschichte wurde, ist allen zu verdanken, die sich von ihm ansprechen lassen und mit ihm zu tun haben.


Mein Dank gilt daher den Schenefelder Bürgerinnen und Bürger, die vertrauensvoll diese Angebote in Anspruch nehmen und denen, die sich in den verschiedenen Leistungsbereichen ehrenamtlich engagieren. Mein besonderer Dank richtet sich an das Koordinationsteam, namentlich an  Helga und Leonhard Klette, Hans-Heinrich Seelig, Babara Krohn, Erika Criegee, Bärbel Guttke-Leich, Wolfgang Müller-Lutz und an diejenigen, die dem Team mit unterschiedlichen Aufgaben und zu unterschiedlichen Zeiten  zuarbeiten. Hier ist Stephanie Otto zu nennen, die mit vollem Engagement maßgeblich diese Festschrift, insbesondere die Grafik und das Layout, erstellt hat. Alles wäre nicht möglich, wenn nicht die Verwaltung der Stadt Schenefeld das Freiwilligen Forum verlässlich und tatkräftig unterstützen würden. Hier gilt mein Dank dem ehemaligen Bürgermeister Herrn Günter von Appen, unserer Bürgermeisterin Frau Christiane Küchenhof, dem Fachbereichsleiter Herrn Melf Kayser, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses, mit denen wir nun schon über viele Jahre zum Wohle Schenefelds erfolgreich zusammen arbeiten.

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